Objekte in der künstlerischen Arbeit
„Die Welt präsentiert sich in Bruchstücken, Spuren vergangener Ereignisse. Sie in einen neuen Kontext zu stellen, ist ein Versuch, Beschädigungen und Verluste sichtbar zu machen und zugleich die Dinge vor dem endgültigen Verschwinden zu bewahren.“
B. R. 2023
Aus einer Malerfamilie stammend beeindruckten mich die Objektkästen von Joseph Cornell. Dann beschäftigte ich mich intensiv mit der „Spurensicherung“ (Nikolaus Lang, Christian Boltanski, Anne und Patrick Poirier und andere). Seit den frühen 1980er Jahren arbeite ich mit Objekten; das sind Fundstücke von Flohmärkten oder vom Boden aufgesammelt – am Strand, auf der Straße…
Der feste Verbund von Dingen in verglasten Objektkästen kennzeichnet meine früheren Arbeiten. Seit einigen Jahren fixiere ich die Fundstücke eher selten; ich lege sie aus und stelle lose Verbindungen her. Für mich sind es Skizzen oder Subtexte zu größeren Themenkomplexen (Spielzeuge, Messinstrumente, Waffen …). Die angeordneten Objekte lassen sich wie Schriftzeichen lesen – Texte (Gedichte vielleicht). Wovon sie erzählen, ist nicht eindeutig, aber als Fragmente dokumentieren sie Verlusterfahrungen. Es sind Reste, die einerseits in die Vergangenheit führen, angesichts von Flucht, Krieg und Vertreibung aber hochaktuell sind.